Es gibt Dinge in unserer kleinen Welt, die kann man einfach nicht wissen. Zum Beispiel wäre es falsch zu sagen, dass wir am Samstag, den 14. Juni 2008, am vierten Lauf des Schwäbischen Alb-Nagold-Enz-Cups in Bad Herrenalb teilgenommen hätten. Denn wie in der Nagold und der Enz kann man auch in der Alb baden gehen. Diese Laufserie mit 8 Veranstaltungen im Kreis Calw verdankt somit seinen ersten Vornamen dem Fluss „Alb“. Wo dieser entspringt? Na klar, bei „Herren-Alb“.
Dort, beim 4. Bad Herrenalber Stadtlauf, liefen wir jedoch nicht 45 km an der Alb entlang (dann wären wir irgendwo bei Karlsruhe herausgekommen) und schon gar nicht die Alb herauf, sondern – wie bei allen anderen Läufen des „ANE-Cups“ auch — versuchten wir uns im Hauptlauf über 10 Kilometer. Wer sich von unserem Reute-Lauf nur eine Woche zuvor wieder einigermaßen erholt hatte und glaubte, er könne nun in Herrenalb quasi auslaufen, der hatte sich gewaltig geirrt. Der Rundkurs über 2 x 5 km war ähnlich anspruchsvoll und somit schweißtreibend wie bei unserem Lauf.

Voller Erwartung durften die etwas schnelleren Läufer sein. Denn bei der Siegerehrung erwartete sie dieser Gabentisch — voll beladen mit Amaranth-Früchte-Müsli, Gehwol Fußbad und natürlich den riesigen Siegerkörben mit Frisch-Ei-Teigwaren.
Doch gut zu wissen, dass man ja auf weichen Sohlen läuft. Also das richtige Laufschuhwerk besitzt. Aber was für ein Schreck, als einer der Reute-Läufer beim Koffer packen feststellen musste, dass seine Laufschuhe nicht da sind. Einfach hin und weg. Spurlos verschwunden. Da half ihm so kurz vor dem Lauf auch die Vermutung nicht weiter, dass er seine Lauflatschen möglicherweise im Schwarzenberger Sportheim vergessen haben könnte.
Aber, puh, was für ein Glück. Er hatte sich ja mal vor langer Zeit den Luxus von Turnschuhen mit drei Streifen geleistet, Modell „Samba“ — nun ja, zumindest besser als gänzlich „unten ohne“…
Samba war auf dem verschiedenartigen Untergrund in der Tat besser als nichts. So fand ein besonders heißer Tanz immer dann statt, wenn es mal ausnahmsweise ein Stückchen bergab ging und gleichzeitig der Spaßfaktor bergauf. Denn besonders dort, auf geteerten Untergrund, war er mit seinen 7-Meilen-Stiefeln bestimmt meilenwert zu hören. So viel also zum Thema „Dämpfung“.
Meilenwert hinterher lief er jedoch über die gesamte erste Runde seinem Chauffeur Fred. Ob dies an seinen etwas zweckentfremdeten Turnschuhen lag, die als Laufschuhe herhalten mussten? Oder einfach nur daran, dass sich Fred mal wieder ein spannendes Duell mit dem 15-Jahre jüngeren Sebastian Dürr vom SC Neubulach geliefert hatte? Wie auch immer. Am Ende kamen wir in folgender Reihenfolge unter den über 100 Teilnehmern im Ziel an (und Fred sogar ein paar Sekunden früher als Sebastian):
| Name | Zeit | Platzierung Gesamt |
Platzierung Altersklasse |
|---|---|---|---|
| Ferdi | 38:59 (39:08) | 10. (16.) | 1. (3.) |
| Sissi | 39:39 (38:46) | 15. (13.) | 1. (2.) |
| Fred | 40:38 (40:25) | 19. (20.) | 5. (2.) |
| Felix | 42:52 (42:23) | 32. (32.) | 5. (5.) |
In Klammern die Vorjahresergebnisse. Zum Bericht.
Dass übrigens Ferdi mal wieder allen davon lief, hatte er bestimmt nur seinen niegelnagelneuen Laufschuhen zu verdanken! Da konnte Sissi nur neidischen Blickes hinterherlaufen…
Kurzum — für all diejenigen, die jetzt erst zu lesen beginnen: beim Herrenalber Stadtlauf vor zwei Wochen kamen wir aufgrund der hitzigen Sonne, der anspruchsvollen Strecke und nicht zuletzt aufgrund unserer verschiedenartigen Besohlungen ziemlich ins Schwitzen. Doch dafür wurden zwei von vier mit Geschenkkörben belohnt, die es in sich hatten: prall gefüllt mit auserwählten Eierteigwaren!

Drei dieser etwas schnelleren Läufer sind hier zu sehen. Rechts unser Ferdi, der sich nun eine ganze Woche lang an Frisch-Ei-Teigwaren satt essen konnte (oder eine halbe Woche lang zusammen mit seiner Freundin). An seiner Seite Sebastian und Sebastian. Sebastian links ist der im Bericht erwähnte Läufer vom SC Neubulach, dessen Frühstückstisch mit Amaranth-Früchte-Müsli aufgewertet wurde. Sebastian rechts von der Skizunft Herrenalb durfte sich mit einem Fußbad gewo(h)l fühlen — und konnte damit vielleicht verschmerzen, dass er ausnahmsweise mal hinter „unserem“ Sebastian ins Ziel kam…
Und nachdem der eine — der mit den drei Streifen — am vorherigen Sonntag beim Waldilauf in Waldrennach über die Halbmarathon-Distanz Erholung von diesen Strapazen gesucht (und natürlich nicht gefunden) hatte, Fred und Jörg, der bei seinem „Home Run“ in Herrenalb leider nicht dabei sein konnte, sich lieber gemeinsam für eine 42,195 Kilometer lange Strecke, die wir im September zurücklegen wollen, vorbereiteten, geht es für uns an diesem Wochenende bereits weiter (verdammt langer Satz, gell?). Zuerst werden wir am Freitag Abend beim Pforzheimer Citylauf an den Start gehen. Und am Sonntag Vormittag beim nächsten Lauf des Alb-Nagold-Enz-Cups mitmischen, beim Wildbader Thermenlauf. Wir dürfen also gespannt sein, welche heißen Sohlen diesmal das Rennen machen werden...