Wissen Sie was ein Muffin mit einem Käfer, also einem VW, gemeinsam hat? Ganz einfach: er läuft und läuft und läuft. Deshalb nennt man ihn, den Muffin, auch einen „Running Gag“. Doch bevor dieser ins Ziel einläuft, möchten wir Ihnen in unserer heutigen Folge von „Laufen so lange es geht, und dann gehen bis es wieder geht“ — mehr zu diesem netten Spruch: siehe irgendwo unten — auf den 2. Neubulacher Stadtlauf eingehen. Dieser fand am Samstag, den 6. Mai 2006, im Herzen und Drumherum von Neubulach statt. Es war der 3. Lauf im Rahmen des Alb-Nagold-Enz-Cup 2006, einer Serie von neun Läufen in acht verschiedenen Ortschaften im Kreis Calw. Der nächste Lauf findet bereits am kommenden Samstag in Bad Wildbad statt, der fünfte bei uns in Schwarzenberg am 11. Juni 2006.
Zwischendrin bemerkt: Schön, dass es noch Menschen gibt, die sich über Muffin-Geschichten amüsieren können. Zum Beispiel gerade eben, als eine Kollegin zufälligerweise die Überschrift erblickte und „ich“ ihr deshalb ein paar Bildchen nicht vorenthalten konnte…
Bei schönstem Wetter fand nun dieser Lauf statt. Er führte über 4 x 2,5 km durch die Neubulacher Altstadt und über umliegende Feld- und Straßenwege. Trotz der Pflastersteine im „Innerstädtle“ hörte man keine Fehltritte. Weder bei den vier Läufern des TSV Schwarzenberg, noch bei den übrigen 88 Startern im Hauptlauf. Diese kamen zum Beispiel aus Calw, Altburg, Nagold, Gaggenau, Oberkollbach, Rotfelden, Ostelsheim oder natürlich aus Neubulach selbst — um nur eine klitzekleine Anzahl aufzulisten.
Schönstes Wetter? Na ja, vielleicht ein bisschen zu schön, um „nur warm“ zu sein. Aber lieber warm ums Herz, als nasskaltwindige Witterung wie im Vorjahr. Deshalb konnten diejenigen Läufer froh sein, die mit einer Trinkflasche ausgerüstet waren. Ok, es war wohl keiner. Aber einer hätte es sein können. Nämlich dann, wenn die Tombola vor dem Lauf stattgefunden hätte. Denn unter den Startnummern wurden verschiedenste Preise verlost — darunter auch besagte Trinkflaschen. Kurzum: Sissi könnte nun sein Bier aus einer Trinkflasche saugen, während Fred in seinen gewonnenen Hefezopf beißen darf. Aber, hmm, vielleicht hätte Sissi tauschen sollen. Denn Bier soll so einen bitteren Nachgeschmack haben…
Da wir in Neubulach ohne die berüchtigten Märker-Brothers angetreten sind — Ferdi & Felix hätten mal wieder alle hinter sich gelassen —, kamen diesmal „andere“ TSV-ler aufs Treppchen, also auf unsere eigene Treppe. Sissi schleppte sich als 19. des Gesamtfeldes ins Ziel und wurde somit in seiner Altersklasse Vierter (Zeit: 40:51 min), Fred ein paar Schritte dahinter als 30. in einer Zeit von 42:31 min und Neunter seiner Altersklasse. Der jüngste von uns, Remi, wurde mit 46:02 min in seiner Altersklasse sogar Erster und durfte sich über einen „Multi-Vitamin-Schuh-Karton-ohne-Schuhe“ freuen (Gesamtplatzierung: 46.). Den „undankbaren“ vereinsinternen vierten Platz belegte Jörg, der 49. im Gesamtklassement, aber in 46:30 min Sechster in seiner Altersklasse wurde.
Kurz
zusammengefasst: gut. Aber nicht gut genug. Denn mehr als nur gut genug war
ein Läufer, den man seit Bekanntgabe des deutschen WM-Kaders auch als den
„David Odonkor von Neubulach“ bezeichnen könnte. Seine Name:
Fabian Roller. Sein Markenzeichen: man sieht ihn nur von hinten.
Denn er ist schnell, verdammt schnell: 39:37 min. Wie bitte? Sie finden, dies
ist im Vergleich zur Siegerzeit von 34:56 min nicht der Schreibe wert? Dann
wissen Sie nicht, wie alt er ist. Nämlich ganze 12 Jahre jung! Damit war
er mit Abstand der jüngste Läufer im Hauptlauf. Denn er hätte
auch in seiner Altersklasse „Schüler B“ der 12- und 13-jährigen
starten können — über „lediglich“ 2 km…
Es
war also kein Wunder, dass die „Heimmannschaft“, der SC Neubulach,
die Mannschaftswertung in der Männerklasse für sich entscheiden konnte.
Denn auch der Gesamtsieger kommt aus Neubulach — und dürfte jedem
bekannt sein, der sich ein bisschen für den Laufsport im Kreis Calw und
Umgebung auskennt. Sein Name: Rainer Hartmann. Seine Zeit:
kennen Sie bereits. Sein Charakter: unglaublich! Denn trotz seiner läuferischen
Überlegenheit — davon können nicht nur seine „Alterskameraden“
der Klasse „M35“ ein Lied singen, also der 35- bis 39-jährigen;
auch die Läufer der anderen Klassen schaffen es nur selten, ihm einen Schritt
voraus zu sein — zeigt er überhaupt keine Spur von Überheblichkeit
oder sonstigen Wesenszügen, die einen Menschen auch nur im geringsten Maße
unsympathisch erscheinen lassen. Egal, ob sie einem davon laufen oder nicht...
Einfach Klasse, dieser Typ!
Aber was sagt ein Muffin zu dieser ganzen Geschichte? Natürlich wie immer nichts. Also machen wir es umgekehrt und sprechen über ihn. Als nämlich die ganze Lauferei vorbei war, wir uns kurz geduscht und lange geföhnt hatten (zumindest Fred, denn an seiner Haarpracht kommt wohl auch Sissi bald nicht mehr vorbei — aber solange er ihm vorbei ins Ziel kommt, sind ihm alle Haare dieser Welt völlig egal…), zogen wir uns anschließend die Siegerehrung und die bereits erwähnte Tombola rein. Außerdem ein Stückchen Kuchen. Mann gönnt sich ja sonst nichts (ok, ok, in seltenen Ausnahmemomenten auch ein Schokocroissant und ein Sesamcroissant und ein Schokodrink und …). Toller Spruch. Noch toller war jedoch das Käskuchenstückchen, das sich Sissi in einem seiner Ausnahmemomente geleistet hatte — Mist, schon wieder ein solcher Moment. Aber er hatte für dieses überdimensionale Teil, welches man ihm nicht zum Preis für ein einziges Kuchenstück verkaufen wollte, auch mehr als üblich bezahlt. Neidische Blicke werden deshalb nicht erwidert.
Doch
am tollsten, nämlich am lustigsten war das, was er ebenfalls in der Kuchentheke
— die einzige Theke, die für ihn in Frage kommt … —
erblickte: ein Muffin mit zwei Ausrufezeichen!! Da konnte er natürlich
ein charmantes Lächeln nicht unterdrücken und, schwupps, befand sich
auf seinem Kuchenteller auch noch ein Muffin. Aber das Urteil, das er unisono
mit Fred teilte, war natürlich klar. Denn, liebe Neubulacher Muffinbäcker,
es tut uns leid, Ihnen folgende niederschmetternde Nachricht überbringen
zu müssen: aber Patzis Muffins bleiben einfach unerreichbar! Vor allem
dann, wenn sie keine Quarkfüllung aufweisen. Und insbesondere dann, wenn
es keine Heidelbeermuffins sind — auch wenn ihr Anblick auf den oben geschilderten
Bildchen aufgrund der etwas gewöhnungsbedürftigen Verfärbung
durch die Heidelbeeren zumindest für die Kollegin von nebenan etwas gewöhnungsbedürftig
erschien…
Doch Schluss mit dem Ganzen. Das heißt, noch nicht ganz. Als nämlich Sissi ausnahmsweise, da rein zufälligerweise, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein schien, traute er seinen Augen kaum: die Muffins, die er dort sah, sahen gar nicht wie Muffins aus! Denn für Muffins waren sie doch etwas zu flach geraten! Doch er sah sich getäuscht. Denn es waren tatsächlich keine Muffins, die Patzi, Freds beste Ehefrau von allen, just in dem Augenblick zum Abkühlen auf den Esstisch gestellt hatte, als Sissi gerade zu ihrer Tür hineingestürmt war. Es waren nämlich ultraflache Linzertorten, die sie frisch aus dem Ofen holte. Sissi war also doch mal wieder zum falschen Zeitpunkt, aber immerhin am richtigen Ort.
Zweiter Schlussversuch: erinnern Sie sich noch an den netten Spruch von oben? Nein? Dann bleiben Sie hier unten bei der Wiederholung: >> Laufen so lange es geht, und dann gehen bis es wieder geht! <<. Dieser Spruch stammt aus der Tastatur von Natascha. Was, Sie kennen Natascha nicht? Dann kennen Sie wohl auch noch nicht www.reute-lauf.de. Denn dort kann man sich „online“ für unseren Lauf in Schwarzenberg am 11. Juni 2006 anmelden. Genau dies hat zum Beispiel Natascha getan — und hinterließ dabei diesen schönen Spruch. Wenn auch Sie einen solchen Spruch auf Lager haben, sich über unseren Reute-Lauf informieren und beispielsweise über unsere „Lauflinks“ tiefer in unsere kleine Laufwelt eintauchen möchten, um schließlich nicht nur mitreden zu können, sondern auch selbst mitzulaufen — einfach reinklicken!
So, und nun kommt endlich das allerletzte Happy End dieses kleinen Berichts rund um den Neubulacher Stadtlauf und darüber hinaus: als Teilnehmer beim 3. Schwarzenberger Reute-Lauf erhalten Sie am selben Tag freien Eintritt in das Wellenbad — mit einem Dank an die Gemeinde Schömberg für diese tolle Aktion! Fast so gut wie Patzis Muffins, oder?