Dieser Bericht hat noch kein Ende.
Und wird vor dem Ende generalüberholt!
Zeitlich war alles perfekt geplant. Ungefähr um halb 6, maximal 'ne Viertelstunde später, aus Tübingen abdüsen, Ankunft auf dem Sportplatz in Oberkollbach so cirka 18.30 Uhr — eine gute Stunde Zeit, bis zum Start um 19.30 Uhr des 9. Holger-Nothacker-Gedächtnislauf der Laufabteilung „Cool-Running“ des SV Oberkollbach.
Doch er kam natürlich, wie es kommen musste. Kurz vor knapp. Denn als der angedachte Abfahrtszeitpunkt immer näher rücktekam, kam auch eine Kollegin näher. Man hätte auch schreiben können, sie kamen sich näher. Sogar er zu ihr — aber auch nur, um sich danach gemeinsam vor einen elektronischen Rechenschieber zu setzen und von einem Problem zum nächsten zu stolpern. Grausame Computerwelt. So verging die Zeit und erst eine dreiviertel Stunde später konnte er Patci telefonisch mitteilen, dass es bei ihm möglicherweise kurz vor knapp werden könnte. Diese zeitliche Verzögerung + zwei Umleitungen + unzählige dieser verdammten Brummis auf Deutschlands Straßen führten also dazu, dass er leider total entnervt und wegen des Sommerwetters ebenso verschwitzt mit einer Punktlandung erst um 19.28 Uhr eintraf, danach sich die Kleider vom Leib riss, um sich die Laufklamotten überstülpen zu können, nach etwas längerer Suche auch seine Startnummer fand, aber im ersten Anlauf niemanden, der ihm mit vier Sicherheitsnadeln aushelfen konnte, um diese Startnummer auch auf seiner breiten Brust zu befestigen. Während dieser hektischen Zeit war natürlich die ganze Laufmeute bereits am Start vereint und wartete nur noch darauf, dass der Organisator, Michael Nothacker, die Strecke freigab.
Doch zum Glück gibt es Mockel. Mockel, der auch als Roadie beim Musikverein Schömberg immer eine hilfsbereite Größe darstellt, war hier der Mann mit den Sicherheitsnadeln und den geschickten Fingern, um Sissi sozusagen die Starterlaubnis zu erteilen. Danke, Danke, Danke, Mockel!
Da Michael immer noch redete und lokale Heroes vorstellte, hatte Sissi sogar noch Zeit für ein paar ausgedehnte Dehnübungen — ehe es dann sehr wenige Minuten später losging für die XXX Athleten, um 10 Kilometer in Angriff zu nehmen. Anders als bei vielen anderen Läufen war dies kein Rundkurs zB über 12 x 5 km oder 4 x 2,5 km. Sechs bis sieben Kilometer führten durch Feld und Wald, nur die ersten und letzten Kilometer, zwischen dem etwas außerhalb liegenden Sportplatz und Oberkollbach selbst, waren auf geteerten Strecken zu meistern. Hierbei hatte es insbesondere der Weg zurück in sich. Nicht nur, dass der letzte Kilometer stetig bergauf ging und hierbei die letzten Reserven freigesetzt werden mussten. Kurz, nachdem es in Oberkollbach hinein ging, mussten zudem ein paar Stufen überwunden werden. Es waren zwar nur ein paar ganz wenige, doch sie reichten aus, um Thomas Eschwey ein kleines bisschen aus dem Rhythmus zu bringen. Thomas war auch schon bei unserem Lauf in Schwarzenberg dabei und konnte die 10 km in 42:48 min bewältigen. Diesmal, bei seinem ersten Lauf in diesem wunderschön in Orange gehaltenen Trikot von uns Reute-Läufern, war es natürlich keine Frage, dass er trotz des Treppenaufstiegs nochmals ein paar Sekunden herausholen würde:
[Fortsetzung folgt.]