Wie angekündigt, hier nun unser Bericht über unsere Teilnahme am 8. Holger Nothacker - Gedächtnislauf, der vorvorige Woche am Donnerstagabend in Oberkollbach stattfand. Hoffentlich jedoch nur eine klitzekurze Berichterstattung. Denn wer möchte schon Berichte lesen, die zwar a) in der Breite auf 9 cm beschränkt sind, aber in der Höhe schon einmal länger ausfallen können; und b) aus Sätzen bestehen, bei denen schon einmal der Satzanfang in Vergessenheit geraten könnte, wenn man glaubt, fast am Ende (des Satzes) zu sein, aber doch noch unerwarteterweise ein weiteres Komma folgt und weit vom Schlusspunkt entfernt wieder bei 0 begonnen werden muss? Ok, Inge, der Bandwurm in dem Satz war diesmal natürlich beabsichtigt und sollte sich in den nächsten Sätzen nicht mehr verkriechen können.
Wer aber ist Michael Nothacker? Der Bruder von Holger. Zusammen hatten beide noch im Jahr 1999 den allerersten Lauf in Oberkollbach organisiert. Doch leider sollte tragischerweise Holger die Durchführung dieses Laufes nicht mehr erleben können. Er verstarb vier Wochen davor bei einem Verkehrsunfall im Alter von 28 Jahren. Deshalb wurde der Lauf ihm zu Gedenken umbenannt in „Holger Nothacker - Gedächtnislauf".
Dies war vielleicht auch einer der Gründe, den gesamten Erlös dieser Veranstaltungen der Kinderklinik Schömberg zu spenden. So auch in diesem Jahr. Keine Frage also, dass sich der Sportplatz des SV Oberkollbach sozuschreiben fest in den vielen Händen der Kinderklinik befand: Betreuer, Angehörige und insbesondere die kleinen & großen Patienten waren an „ihrem“ großen Tag dabei, um uns und vor allem natürlich die elf Läufer anzufeuern, die die Trikots der Kinderklinik trugen. Darunter auch Matthias P. Sie kennen ihn ja bereits. Dieser hatte noch eine Rechnung aus längst vergangenen, aber leider nicht vergessenen Tagen offnen. Eine Rechnung kulinarischer Art. Nach dem Lauf war Sissi um den Gegenwert eines Apfelschorles + einer Portion Pommes + einer Currywurst ärmer. Eine etwas zu deftige Sportlermahlzeit, finden Sie nicht auch?

Die
„Fankurve“ der Kinderklinik am Start-/Zielbereich auf dem Sportplatz
des SV Oberkollbach.

Auch im vorherigen Jahr war Gerhard Niemann, der ärztliche Direktor der
Kinderklinik, auf den Beinen und wird hier kurz vor dem Ziel noch einmal lautstark
angefeuert.
Wir vom TSV waren mit einer etwas kleineren Delegation vor Ort, um so auch beim „Buderhof Marathönle“ über exakt 4219 Meter mitzumischen. Wer’s nicht weiß: Buderhof ist einfach nur die einheimische Bezeichnung für Oberkollbach. Anscheinend sollen hier „Puten“ eine namensgebende Rolle gespielt haben. Wer sich an ihnen satt essen konnte, isst — äh ist — jedoch nicht überliefert. Doch egal. Unter den knapp 50 Teilnehmern verschiedenster Altersstufen über diese Distanz belegten Yannick Dotzek und Pascal Simon den 15. bzw. 22. Rang und kamen somit in der jüngsten Altersklasse auf die Plätze 2 und 3. Hierbei, beim Marathönle, sei erwähnt, dass auch Jens Kraft mit- und fast jedem Teilnehmer davonlief. Der Wirbelwind mit der Wirbelfrisur im Sturm unserer erfolgreichen A-Jugend-Mannschaft belegte in knapp 17 Minuten den zweiten Platz, ebenfalls als einer der jüngsten Teilnehmer über diese Distanz. Ganz klarer Fall: demnächst wird auch er sich von seinem ganz persönlichen Lieblingsshirt trennen und das neue knallorangene Lauftrikot der „Reute-Läufer“ anziehen müssen. Nein, dürfen…
Der Hauptlauf, genannt „Buderhof Classics“, verlief für die 19 weiblichen und 102 männlichen Teilnehmern bei diesem 6. Lauf des Alb-Nagold-Enz-Cups hingegen 10 km lang über Stock und Stein. Hauptsächlich Stein. Denn die Waldwege wiesen zumeist einen geschotterten Untergrund auf. Also nichts für schwache Sohlen. Und überhaupt war der gesamte Lauf nichts für Kaltduscher. Eher etwas für hitzeresistente Personen. Denn obwohl der Lauf um 19.30 Uhr begann, lag noch eine gehörige Portion Hitze in der Luft.
Die schweißtreibende Temperatur war vielleicht auch der entscheidende Faktor für die Überschrift über diesem Artikel. Oder woran lag’s, dass sich Sissi ein paar sehr wenige Kilometer vor dem Ziel überraschenderweise einem Läufer annähern konnte, der das selbe trendige Trikot trug wie er? Nämlich das selbe orangene Trikot, das nun auch Sissi wegen des enormen Gruppenzwangs und einer gemeinsamen Identitätsbildung und eines guten Mannschaftsgeistes und 17 weiteren Gründen statt seinem geliebten A-Liga-Gedächtnistrikot laufen trägt. — Nein! Unter den 17 weiteren Gründen liegt selbstverständlich kein Geld begraben oder gar sonstige Leckereien mit Füllungen wie die, die in der vorherigen Ausgabe Ihres Gemeindeblattes abgebildet war und bisher noch niemand identifizieren konnte… Andere Worte, selber Sinn: es war leider keine Bestechung.
Doch zurück zum Kampf der Gazellen, denn es kam noch besser. Die Annäherung zwischen Sissi und Ferdi, [Achtung, es folgt ein längerer Einschub!] der von den übrigen TSV-lern normalerweise bei jedem Lauf immer nur von hinten gesehen wird und dessen wenige Schweißperlen schon längst verdunstet sind, wenn irgendwann nach ihm der erste TSV-ler schwer keuchend und klatschnass geschwitzt ins Ziel kommt [Vorsicht, Einschubende!], sollte sich nämlich auf der Zielgeraden zuspitzen. Denn unglaublich, aber Dank Patcys aufopferungsvoller Motivationshilfe 202 Meter vor dem Ziel wurde es wahr: Sissi schaffte es tatsächlich noch, auf den allerletzten Metern mit allerletzter Kraft schwer keuchend und klatschnass an Ferdi vorbeizuziehen!
Hmm, aber sei ausnahmsweise mal ehrlich, Sissi. Glaubst du wirklich, dass du deinen „Lauf auf der Überholspur“ aus eigener und/oder aus Ferdis nachlassender Kraft geschafft hast? Oder wollte Ferdi dir nicht auch einmal „sein“ Gefühl des schnellsten TSV-lers geben und ließ sich deshalb vornehm zurückfallen? — Aber bitte nicht antworten. Träumen kann so schön sein.
Somit erliefen wir uns folgende Ergebnisse innerhalb der 102 männlichen Starter:
Name |
Zeit |
Platzierung Gesamt |
Platzierung Altersklasse |
Jörg |
43:50 |
41. |
7. |
Gert |
43:19 |
38. |
9. |
Fred |
42:53 |
30. |
9. |
Ferdi |
40:58 |
20. |
2. |
Sissi |
40:54 |
19. |
5. |
Während Fred irgendwann mit einem kleinen Fässchen Flüssigkeit nach Hause gehen durfte, da bei der anschließenden Verlosung seine Startnummer 65 gezogen wurde, durfte Sissi einen viel wertvolleren, nämlich immateriellen Wert mitnehmen — der Alkoholgehalt in der Flüssigkeit hätte noch so hoch sein können, er hätte niemals getauscht… Denn er wurde höchstpersönlich vom „großen Läufergott“ Rainer Hartmann mit „Hallo, ich grüße Dich!“ angesprochen und durfte sogar als weiteren Ausdruck der unendlichen Freundlichkeit des mal wieder schnellsten Mannes an diesem Abend — in 35:44 min sogar eine Minute schneller als der Zweitplatzierte Guido Schmid, der unseren Reute-Lauf gewonnen hatte — dessen Hand auf seiner Schulter verspüren. Logisch, dass diese Stelle seitdem nicht mehr gewaschen wurde. Doch wie Sie sich vorstellen können, gestaltet es sich ziemlich schwierig, um diese eine Stelle herum zu waschen. Aber nichts leichter als das: seitdem wäscht er sich einfach gar nicht mehr…
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Von rechts unten nach links oben: Pascal, Yannick, Gert, Ferdi, Jörg, Fred, Sebastian. |
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Doch nun zum Abschluss was ganz anderes. Welcher Spaßvogel in den Reihen des TSV Schwarzenberg kam eigentlich auf die äußerst „witzige“ Idee, beim Lindenplatzfest [für Nicht-Schömberger: das Schömberger „Fest der Vereine“ am 29./30.07.2006] ausgerechnet einen „fleischlos l(i)ebenden Menschen“ hinter die Steak-Brutzel-Maschine zu stecken? Und dies, obwohl dieser Mensch selbst in seinem „vorherigen Leben“ weder sich noch anderen jemals ein Schnitzel mit eigenen Händen zubereitet und schon gar nicht ein solch kompliziertes Grillgerät bedient hat! Kein Wunder also, dass diese unglückselige Person, die an dem Abend von allen Seiten auf dieses „Experiment mit ungewissem Ausgang“ voller Mitleid angesprochen wurde und dies alles nur noch mit Galgenhumor ertragen konnte, danach massenweise mit Briefen zugedeckt wurde — nur leider keine Fanpost und somit nicht ein einziger liebesbekundender Brief darunter.
Die beiden häufigsten Klagen:
Zumindest letzteres kann er überhaupt nicht verstehen. Denn jeder, der mit dem Spruch „Ich will ein Steak von Dir“ daherkam, durfte selber in dieses fleischige Etwas hineinschauen, um den für ihn ganz individuellen Zeitpunkt des Verzehrs bestimmen zu können — mehr Service ging einfach nicht! Statt „Der Koch ist König“ also „Der Kunde ist König“. Da dieser hohe Entscheidungsgrad aber wohl so manch einen Kunden überfordert hatte, wurden bereits erste Überlegungen angestellt, welche kulinarischen Köstlichkeiten man den Festbesuchern nächstes Jahr anbieten könnte. Eine der Ideen waren angedünstete Bananenscheiben. Selbstverständlich in bester Bio-Qualität. Apropos Bananen: weiß eigentlich nun endlich jemand die Füllung in Patcys Muffin, welches in der vorherigen Ausgabe abgedruckt war? — Aber ok, das war jetzt wirklich zu einfach…