Hmm, eigentlich hatten wir Bleichgesichter aus dem fernen Schwarzenberg uns zum Ziel gesetzt gehabt, beim Pforzheimer Citylauf am Freitagabend, 29. Juni 2007, den Kenianern etwas auf die Schlappen oder zumindest in ihre Fußstapfen zu treten. Doch leider waren unsere Füße wohl zu platt, als dass wir hätten Schritt halten können bzw. hineingepasst hätten — falls wir tatsächlich so weit gekommen wären. Diese nur scheinbar schmächtigen Jungs sind einfach so leicht und somit leichtfüßig unterwegs, dass uns ihre Schuhgröße doch eine Nummer zu klein war — wie wir kleinlaut beichten mussten, als sie uns einer nach dem anderen umkurvten (denn so leicht machten wir es ihnen auch wieder nicht).
Nach wenigen Metern konnten wir also Plan A in die Tasche stecken und Plan B herausholen. Dieser lautete, sich nichts ob des misslungenen Plans A anmerken zu lassen. Clever, oder? Und tatsächlich, diese Strategie erwies sich als äußerst effektiv. Denn völlig am Ende sahen fanden wir uns zwar nicht im Windschatten dieser Leichtgewichte wieder (der uns sowieso nicht ausgereicht hätte), kamen jedoch immerhin spätestens im gesicherten Mittelfeld unter den 424 Läufern und 115 Läuferinnen zum Stillstand.
Die Strecke führte ähnlich wie schon im Vorjahr von der Schlössle-Galerie „auslaufend“ jeweils einen Kilometer schnurrstracks durch die Fußgängerzone hindurch und wieder zurück. Insgesamt 5 Runden, also 10 km und ein paar Zerquetschte. Denn eine engere Passage wurde auf dem Rückweg durch einen kleinen Schlenker etwas entschärft (?), so dass uns die zahlreichen Zuschauer vielleicht 250 Schritte länger beim Schinden anfeuern konnten. Diese Atmosphäre und die größere Anzahl an Läufern ist es wohl, die einen solchen Citylauf ausmachen. Allerdings hat alles seinen Preis, wie hier Gunther Moll vom VfL Ostelsheim, den wir zumeist nur von hinten sehen, heute jedoch noch nicht ganz fit war, preisgibt: „Bei dem Pforzheimer Lauf merkt man, dass dieser Lauf nicht von Läufern für Läufer veranstaltet wird, sondern nur für die Zuschauer und den kommerziellen Erfolg des Veranstalters. Ein Startgeld von 10,- Euro und einer Nachmeldegebühr von weiteren 5,- Euro ist schon über der Schmerzgrenze. Zumal es im Start-/Zielbereich nur zwei Toiletten gab.“
Das Problem mit den Toiletten lässt sich übrigens umgehen. Man geht einfach unmittelbar vor dem Start dorthin. Dann kann man nämlich einigermaßen sicher sein, ziemlich rasch ein ruhiges Örtchen zu finden. Nur ist damit leider weniger gesichert, auch rechtzeitig wieder zum Startschuss zurück zu sein. Doch es hat wegen des mal wieder verzögerten Starts gerade noch gereicht ;-)
Und das mit dem Startgeld? Gute Frage. Denn zum Startgeld kamen noch die Parkgebühren hinzu. Das Parkhaus direkt an der Schlössle-Galerie ist hier weniger zu empfehlen. 5,60 Euro kostete der Spaß! Aber dafür sprang für Sissi ein knallrotes, da von der Sparkasse gestiftetes Handtuch heraus. Denn das bekam er, da er irgendwie geschafft hatte, Dritter in seiner Altersklasse zu werden (zu viel Epo im Blut??). Hierbei gilt sein großer Dank Matthias P. — besser bekannt unter seinem Pseudonym „Faris Al-Sultan“ —, dem zukünftigen Ironman-Seriensieger von Hawaii. Er hatte am heutigen Abend Sissi nicht nur den Vortritt gelassen, sondern ihm auch den entscheidenden Hinweis über dessen Platzierung gegeben. Denn woher hätte Sissi auch wissen können, dass die Konkurrenz in seiner Altersklasse nicht mehr das ist, was sie mal zu sein schien?
Doch auch Fred, Remi und Jörg konnten über diese verlängerte 10 km - Distanz Zeiten laufen, die wohl eher ihren Zeiten über exakt 10 km entsprachen. Da war es auch nicht sonderlich schlimm, dass es wie im Vorjahr — zeitlich gesehen — kurz vor dem Ziel zu regnen anfing. Insbesondere dann nicht, wenn man sogar ganz nach oben auf das Siegerpodest klettern durfte. Denn wie es sich gehört, so bekam der jüngste und kleinste Läufer unter uns, der heute zum ersten Mal unser orangenes Trikot trug, den größten Pokal. Dennis Stockburger, Jörgs Sohn, lief nämlich allen 30 Altersgenossen (!) der Schüler C auf und davon und konnte sich so über den allerersten Platz und einen großen Pokal freuen. Wie oft dieser wohl mit Orangensaft gefüllt wurde? Oder Süßigkeiten? Oder beidem?
War Dennis der Held unter uns Reute-Läufern, so war Patci sozusagen unser Frauenheld. — Was, Sie kennen Patci bisher „nur“ als beste Muffinbäckerin aller Zeiten? Dann haben Sie Ihre leckeren Kuchen noch nicht probiert! Und außerdem noch nicht im Laufdress gesehen. Ja, auch Patci hat nämlich eine unbändige Ausdauer und trug heute zum ersten Mal das ehrenhafte Trikot der Reute-Läufer. Und selbstverständlich nicht zum letzten Mal — allerherzlichst Willkommen im Club der flinken Beine, Patci!
Bei ihrer allerersten Teilnahme an einem Lauf über 10 km musste sie in ihrer Altersklasse nur sechs Läuferinnen den „Vorlauf“ lassen. Doch, hey, Patci, nur eine halbe Minute schneller und Du wärst sogar fünfte geworden. Du siehst also, das Siegertreppchen ist nicht mehr allzu weit von Dir entfernt! So, jetzt könnte man noch „Patci, wir sind stolz auf Dich!“ hinzufügen. Aber wir wollen es ja nicht gleich übertreiben. Wäre außerdem zu schade um Dich als unsere neue Vorzeigedame, wenn Du Dich auf diesen Lorbeeren ausruhen würdest :-))
Ausklingen ließen wir den Abend im 1. Obergeschoss der Schlössle-Galerie. Dort, im „Eiscafe Tiziano“, gibt es nämlich das beste Eis der Stadt. Und das hatten wir uns doch redlich verdient, oder?
| Name | Zeit | Platzierung Gesamt |
Platzierung Altersklasse |
|---|---|---|---|
| Patci | 58:45 | 62. | 7. |
| Sissi | 39:19 | 30. | 3. |
| Fred | 40.13 | 39. | 6. |
| Jörg | 42:05 | 64. | 13. |
| Remi | 43:58 | 106. | 25. |