„Frühmorgens ist die Welt noch in Ordnung.“ — Doch ein Blick gen Himmel um kurz nach halb 9 am Sonntag vor zwei Wochen verpasste der Glaubwürdigkeit dieses Spruches einen empfindlichen Dämpfer. Ziemlich trübe Aussichten für den 5. Schwarzenberger Reute-Lauf, der am 8. Juni 2008 rund um den Sportplatz des TSV Schwarzenberg von 181 Läuferinnen und Läufern aufgesucht und gefunden worden war.
Immerhin, der Regen tropfte nicht. Sonderlich warm sah es jedoch auch nicht aus. Deshalb sicherheitshalber noch ein Unterhemd eingepackt, um sich später unter dem Laufshirt ja keine Erkältung zuzuziehen. Nein, damit ist nicht das Shirt mit der Aufschrift „Mir geht’s gut“ gemeint. Schließlich ging’s in Schwarzenberg nicht nur bergauf, sondern auch bergab — ganz ohne Stäffele wie in Wildbad…
Doch in Schwarzenberg um kurz nach 9 Uhr angelangt, geschah das große Schwarzenberger Wetterwunder. Der Himmel machte blau und ließ die Sonne im wahrsten Sinne zum Vorschein kommen! Ob’s an der 20 kg schweren Ladung goldgelber Bananen lag oder den exakt 81 Äpfeln aus der Schömberger „Sonnenblume“, die zum Wiederaufpäppeln der Läufer gedacht waren? Egal. Hauptsache, die äußeren Bedingungen ließen den inneren Schweinehund keinen Grund zum Bellen. Denn, wie schon angedeutet, die Strecke über 5 km, die im „Freizeitlauf“ einmal bzw. im Hauptlauf zweimal zu bewältigen war, war ein stetiges Auf und Ab. Zuerst ging es „ab“ in Richtung Bieselsberg. Noch weit vor dem Friedhof (hoffentlich…) „auf“ in den Wald und in einem Bogen wieder zurück zum Sportplatz, wo Start und Ziel war.

„Auf zum Start“ hieß es für die jüngeren Läufer am frühen Vormittag des 8. Junis — und warten, bis der Schreckschuss (?) fiel.
Doch bevor sich die etwas ältere Läufergeneration über 5 und 10 km versuchten, gingen die Kleinen auf die Piste. Den Anfang machten um 9.30 Uhr die jüngsten Läufer. 800 Meter hatten sie im „Kinderlauf“ zu bewältigen. Dabei ging’s einmal rund um den Sportplatz. Bei den Kindern waren Luisa von der Skizunft Calmbach sowie Silas vom WSV Schömberg die schnellsten. Nur wenig langsamer die jüngsten Teilnehmer: Annika, Leoni und Franziska. Alle drei zusammen gerade einmal höchstens 12 Jahre jung!
In der nächst höheren Altersstufe „Schüler D“ (8 bis 9 Jahre), ebenfalls 800 m, ein ähnliches Bild. Die beiden ersten Plätze weiblich/männlich gingen wieder an den WSV und die SZ Herrenalb: Paula und Noah waren als erste wieder im Ziel zurück.

Auch wenn es während des Laufs vielleicht noch nicht so aussah: nach dem Lauf konnten Felix, Stefanie, Paul-Simeon, Gillian und Charlotte stolz sein, mehr als 2,5 km hinter sich gebracht zu haben!
Eine halbe Stunde später ging’s mit dem „Schülerlauf“ weiter. Knapp über 2,5 km in den Wald hinein und wieder hinaus. Bei den „Schülern C“ (10 bis 11 Jahre) hatte mal wieder der WSV das Rennen gemacht, zumindest bei den Jungs. Die ersten drei Plätze machten nämlich Jan, Frederik und Felix unter sich aus. Das schnellste von sieben Mädchen in dieser Altersklasse war hingegen Lisa aus Bieselsberg.
Ihre Schwester Julia ist ebenfalls verdammt schnell drauf und war das schnellste Mädchen in der nächst höheren Altersklasse, den „Schülerinnen B“ (12 bis 13 Jahre). Und wenn Mami Daniela nicht wieder hätte orgeln müssen — wer weiß, vielleicht hätte Papi Gert gleich drei Küsse verteilen können…

Gert & Daniela waren sichtlich stolz auf Lisa & Julia, die hier nach ihren Läufen wohl noch etwas außer Atem waren, oder?
Bei den Jungs in dieser Altersklasse hatte auch hier wieder der WSV die Schuhspitze vorn. Diese gehörte Simon, der nach 10 Minuten und genau einer Sekunde als erstes wieder aus dem Wald herauslief. Übrigens war der WSV mit insgesamt über 30 Läufern am Start! Da reichte wahrscheinlich ein Vereinsbus nicht aus…
Pünktlich um 10.45 Uhr knallte der Startschuss aus Freds Feuerwaffe für den bereits erwähnten Freizeit- und Hauptlauf. Im erstgenannten gibt es keine Unterteilung in Altersklassen. Dort durfte sich also jeder mit jedem messen. Diese Chance ließ sich inbesondere Nick-Samuel aus Holzbronn nicht entgehen. Mit gerade einmal 9 Jahren war er über diese 5 km der allerjüngste Teilnehmer, obwohl er eigentlich als „Schüler D“ nur 800 m zu laufen gehabt hätte! Keine Frage, dass er noch eine Extra-Urkunde zugeschickt bekommt.
Schnellster Teilnehmer über diese Distanz war Thomas Schmutz. Weniger als 20 Minuten brauchte er dafür. Um seine Leistung besser einzuschätzen, so hätte er über die doppelte Distanz und Verdoppelung seiner Zeit noch mehr als eine Minute Spielraum gehabt, um vor dem Viertplatzierten in seiner Altersklasse ins Ziel zu gelangen. Sein Jahrgang? — 1962!
Dies entspricht der Altersklasse „m40“. Zum einen wird für die Ehrungen zwischen männlich und weiblich unterschieden (klar, denn würden sich Männer unter die Frauen mischen, müssten diese sich für das Siegertreppchen immer hinten anstellen…). Zum anderen ist der Hauptlauf in mehrere Altersklassen eingeteilt, immer in 5-Jahres-Schritten. In diesem Fall von 40 bis einschließlich 44 Jahren. In der 5 km - Distanz gibt es außerdem die extra gewerteten „Schüler A“. Schnellster Läufer der 14- bis 15-jährigen in dieser Klasse war Felix Daub von der Skizunft Bad Herrenalb in 20:18 min.
Bei den Herren im Hauptlauf über 10 km gab es unter den 67 Teilnehmern insofern einen Überraschungssieger, da niemand Tobias Severin auf der Rechnung gehabt hatte. Und vor allem weil niemand wusste, dass er nicht alleine den Weg nach Schwarzenberg gefunden hatte, äh, gekommen war.
Denn mit ihm schnupperte Katharina Becker aus Arnbach zum ersten Mal die Schwarzenberger Schwarzwaldluft. Sie wiederum ist keine Unbekannte in Deutschlands Laufwunderwelt. Klar, als mehrfache Deutsche Juniorenmeisterin 2007 hat sich ihr Name herumgesprochen. Und dass sich unser kleiner Reute-Lauf sogar bis zu ihr herumgesprochen hat — wow, was für eine Ehre!
Ja, und beide konnten jeweils ziemlich deutlich ihre Läufe gewinnen. Tobias — Google spuckte übrigens Marathonzeiten von 2:35 h aus… — brauchte mit 34:42 min eine knappe Minute weniger als der Zweitplatzierte Holger Reichert von der LG Badenova Nordschwarzwald.
Katharina kam nach lockeren 39:38 min als erste von 26 Teilnehmerinnen ins Ziel. „Locker“ deswegen, da diese Zeit höchstens auf einen langsamen Trainingslauf ihrerseits hindeutete. — Ach, wäre das schön, wenn Sissi auch einmal nach dem Motto „Trainierst du noch oder läufst du schon?“ die Ziellinie überqueren könnte. Denn von Lockerheit konnte nicht die Rede sein, nachdem er sich zeitgleich mit Katharina ins Ziel geschleppt hatte (oder besser: von ihr schleppen ließ). „Sauerstoffzelt“ wäre angebrachter gewesen. Doch wohlweißlich hatte er sein „Mir-geht’s-gut-Laufshirt“ zu Hause gelassen…
Genug davon. Wir haben uns riesig gefreut, dass unser Lauf einen solchen Zulauf fand. Und dass es sich Läuferinnen wie beispielsweise die Siegerin des Reute-Laufs 2006, Silke Gohl, mit ihrem „Schrittmacher“ Jürgen Illg oder der Vorjahressieger Rainer Hartmann nicht nehmen ließen, uns ebenfalls einen Lauf abzustatten.
Wir haben uns gefreut, wieder solche Sponsoren gehabt zu haben: Sportgeschäft Elsässer (Pforzheim), Sportgeschäft Blaich (Schömberg), Volksbank und Kreissparkasse Schömberg, Ehnis-Bau (Schwarzenberg), Thomas Bott (Langenbrand), Linder-Uhren (Schwarzenberg), KFZ-Werkstätte Gottfried Linder (Schwarzenberg), Getränke Schaible (Schwarzenberg), Fahrschule Bonowitz (Schömberg), Kommerau Fußbodenbeläge (Schwarzenberg).
Ebenso dürfen wir uns und vor allem die Teilnehmer über die Aufnahmen freuen, die Bernhard Siebner (www.sirou-film.de) von uns und vor allem den Teilnehmern gemacht hat und die zusammen mit ein paar Videoimpressionen unter www.reute-lauf.de erscheinen werden.
Bis es in wenigen Augenblicken soweit ist, freuen Sie sich einfach mit uns, dass sich die Schwarzenberger Sonne am vergangenen Sonntag mal wieder von ihrer Schokoladenseite gezeigt hatte — trotz des trüben Ausblicks am frühen Morgen des selben Tages…
Kurzum: sie, die Schwarzenberger Sonne, hat es mal wieder allen gezeigt! :-)
