Hey, das war ja schon beinahe unglaublich, wie viel Sonne in einem einzigen Sonntag stecken kann — und sogar im wahrsten Sinne zum Vorschein kam! Nämlich am 10. Juni 2007, als der TSV Schwarzenberg rund um sein Sportgelände seinen 4. Reute-Lauf veranstaltet hatte. Dieser fand wie in den Vorjahren im Rahmen des Sportfests statt — Stichwort „Currywurst“… — und war der 3. Lauf des Alb-Nagold-Enz-Cups: 8 Laufveranstaltungen im gesamten Kreis Calw mit einer gemeinsamen Wertung. Der nächste Lauf findet übrigens schon morgen, am 23. Juni in Bad Herrenalb statt. Kaum Zeit zum Verschnaufen also.
Wie auch im Vorjahr wurde unsere Veranstaltung pünktlich um 9 Uhr und sportlich von einigen Walkern angegangen. Mit gekonntem Stockeinsatz hatten wir es ihnen und sie sich natürlich selbst zum Ziel gesetzt, dass Ziel nach 2 x 5 km müde, aber glücklich wieder zu erreichen. Schöner kann man doch einen solchen Sonntag nicht beginnen, oder?
Leider gibt’s eine schlechte Nachricht. Die Fotoaufnahmen kurz bevor’s in den Schatten spendenden Wald hineinging, fielen leider der Speicherkarte der Kamera zum Opfer. Sie gibt ihren Inhalt nicht mehr frei. Doch es gibt auch zwei gute Nachrichten. Die Videoaufnahmen dürften was geworden sein. Und zweitens: der Gruß an Emma alias Mina wird noch ausgerichtet — na klar, natürlich direkt als Video!
Kurz nachdem die Walker im Wald Schatten gefunden hatten, ging es auch schon für die ersten Läufer an den Start um 9.30 Uhr. Nämlich in den Kinderläufen für die jüngsten unter ihnen — 13 Mädchen und 11 Jungen — auf eine 800 m lange Strecke rund um den Sportplatz. Leider konnte kurz davor nicht mehr das „Warming up“ (schöne Bezeichnung, gell, Mockel?) der vielen, vielen WSV-Kids auf Foto oder Video aufgenommen werden. Es war begeisternd zu sehen, wie begeistert die Kleinen unter der Anleitung von Monika Bauer bei der Sache waren. Nicht verwunderlich, dass die Nachwuchsstarter insbesondere bei den „Schülern D“ (8 bis 9 Jahre) so ziemlich alles abgeräumt haben. Sie haben sicherlich den entsprechenden Bericht vom WSV Schömberg in der vorherigen Bürgerfreund-Ausgabe gelesen.
Die älteren Kinder der Jahrgänge 1994 bis 1997, insgesamt 9 Mädchen und 21 Jungen, mussten im Schülerlauf ein bisschen länger laufen. Zehneinhalb Minuten brauchte der schnellste unter Ihnen für die 2,5 km lange Strecke, Steffen Mögel von der Spvgg Weil der Stadt. Die beiden schnellsten Mädchen brauchten nur unwesentlich länger. Lena Kirsch von der Skizunft Bad Herrenalb und Ramona Böttinger von der LG Calw waren nach knapp 11 Minuten im Ziel.
Neben Teilnehmern aus dem gesamten Kreis Calw waren übrigens auch Läufer zum Beispiel aus Pforzheim, Stuttgart und Karlsruhe am Start. Selbst ein Schweizer wollte einmal andere Berge besteigen und ließ sich deshalb unseren Lauf nicht entgehen. Zitat von Jean-Pierre, dem wir selbstverständlich für seine Eidgenossen einen Schwarzwälder Schinken mitgaben: „Hallo Sportsfreunde, war schön bei Euch zu laufen. War alles super organisiert, werde sicher wiederkommen. Danke für alles! Viele Grüsse aus der Schweiz.“ Na, das hört man doch gerne, oder?
Pünktlich um 10.45 Uhr war es dann auch für unseren Schweizer Lauffreund soweit. Für ihn ging es zusammen mit 101 weiteren Läuferinnen und Läufern im Hauptlauf über die volle Distanz von 2 x 5 km um die Wurst (den Schinken hatte er ja schon in der Tasche). Zeitgleich starteten auch die 10 Teilnehmer der „Schüler A“ (14 - 15 Jahre) und die 13 Teilnehmer des Freizeitlaufs. Sie durften nach einer Runde wieder in den Start-/Zielbereich beim Sportheim einlaufen. Durchschwitzte Klamotten waren jedoch „Dank“ der Schwarzenberger Sonne natürlich auch ihnen nach der 5 km langen Berg- und Talfahrt garantiert.
Bei den Schülern A männlich konnte Felix Daub von der Skizunft Bad Herrenalb in 21:22 min den Sieg errennen, schnellste Läuferin war Kirsten Mögel von der Spvgg Weil der Stadt (21:14 min). Im Freizeitlauf kam Harald Kopp vom LT Sulz am Eck in 19:47 min vor zwei Läufern der Gazelle Pforzheim ins Ziel, während sich bei den Damen Anette Becker vom VfL Ostelsheim in 22:21 min die Siegerkrone aufs Haupt setzen lassen konnte. Nebenbei erwähnt: die Viertplatzierte im Freizeitlauf hätte vielleicht als Dritte ins Ziel einlaufen können, hätte sie nicht den Startschuss verpasst... Doch kein Grund zur Schadensfreude, Sissi. Pass’ lieber auf, dass Dir dieses Malheur kein zweites Mal passiert!
À propos Startschuss. Dieser wurde abgefeuert von unserer Bürgermeisterin, Bettina Mettler, nachdem sie ein paar aufmunternde Worte an die teilnehmenden Sportler gerichtet hatte. Ihre letzten Worte? — Na klar: „Auf die Plätze. Fertig.“. Dann fiel der Schuss.
Im Hauptlauf über 10 km konnten wir uns über einen Überraschungsgast freuen. Sogar sehr. Während er in den Vorjahren zumeist aus familiären Gründen nicht an unserem Reute-Lauf dabei sein konnte, so unterbrach er diesmal extra eine Jugendfreizeit, die er auf dem Dobel leitete — und brachte gleich noch zwei weitere Läufer mit. Wir durften in diesem Jahr Rainer Hartmann vom SC Neubulach in Schwarzenberg begrüßen.
Doch wo er auftaucht, bereitet er unter seinen Konkurrenten Angst und Schrecken im Kampf um den Platz an der Sonne, also ganz oben auf dem Siegerpodest. Denn zumeist können sie nur in seine Fußstapfen treten. Will heißen, es ist verdammt schwer, an ihm vorbei zu kommen. Nein, nicht weil er damit ein Problem hätte — ganz im Gegenteil, fair und anerkennend wie er ist —, sondern weil er einfach verdammt schnell ist. So schnell, dass auch der Vorjahressieger und diesjährige Zweitplatzierte Guido Schmid vom TSV Wildbad neidlos anerkennen musste: „gegen den Rainer hat man halt koi Chance“. Kurzum: Rainer Hartmann konnte den Hauptlauf in 34:19 min vor Guido Schmid (35:01) und Steffen Weiße vom TV Tiefenbronn (36:03) für sich entscheiden.
Bei den Damen war leider und nochmals leider Silke Gohl von der LV Biet nicht am Start, um ihren Vorjahressieg vielleicht zu verteidigen. Aber dafür durften wir bei unserem Reute-Lauf zum ersten Mal eine ebenfalls in der Calwer Laufszene nicht unbekannte Läuferin begrüßen. Mirjam Faßnacht „überlief“ als erste unter 17 Teilnehmerinnen nach 42:22 min die Ziellinie, gefolgt von Regina Vielmeier vom SV Oberkollbach (43:06) und Michaela Kummer vom Lauftreff Altburg (43:35 min).
Doch wenn Ihnen dies nun zu viel Text war und Sie nicht nur vor lauter Zahlen das Zeitgefühl verloren haben, so sei hier abschließend noch erwähnt, dass sich der bis dato supersonnige Sonntag ausgerechnet während der Siegerehrung, also fast am Ende der Veranstaltung, von seiner „spannungsgeladenen“ und regennassen Seite zeigte. Doch kein Problem, dies tat der Stimmung keinen Abbruch — schon allein aus folgendem Grund: „… und ein Super-Kuchenbuffet... Hut ab!“.
Diesem Lob eines Läufers aus Altensteig kann ein Läufer aus Schwarzenberg nur zustimmen. Der Kuchen schmeckte super! Selbst dann, wenn „er“ dafür hätte bezahlen müssen — ganz viele Grüßlis von Sissi :-))!