Das „Team Kinderklinik“ hatte es in ihrem Bericht in der vorherigen Ausgabe über seine Teilnahme bei unserem Reute-Lauf bereits erwähnt: der 11. Juni 2006 war ein wunderschöner Sonntagvormittag, das Wetter super(heiß), die Atmosphäre nicht in Worte zu fassen und es gab wie im Vorjahr eine Extraportion Spaghetti speziell für Matthias P. und alle anderen Läufer. Al Dente versteht sich — auch wenn Matthias P. dieses Jahr ausnahmsweise etwas Deftigeres vor- und sich reinzog. Ein Steak mit einer Extraportion Pommes und zum Nachtisch eine Heiße Rote?
Vor zwei Wochen konnten wir also auf unserem Sportgelände in Schwarzenberg mit seinem äußerst grünen Rasenplatz bei glühender Wärme über 200 Teilnehmer begrüßen. Die jüngste Teilnehmerin hatte gerade einmal vor vier Jahren die Sonne dieser Welt erblickt, der älteste Teilnehmer startete im Hauptlauf über 10 km durch — mit 76 Jahren!
Doch bevor die Sonne so richtig ihre Fühler ausstrecken sollte, durften bereits um 9 Uhr die (Nordic) Walker ihre Arme bzw. Stöcke schwingen. Sie machten sich über den 2 x 5 km langen Rundkurs auf die Socken und davon, den es später auch für die Starter im Hauptlauf zu meistern galt. Doch während für Fußball-Deutschland ab sofort das nächste Spiel immer das Wichtigste ist, also nur das Weiterkommen zählt, durften es die Walker gemäßigter angehen: „Dabei sein ist alles!“. Oder anders ausgedrückt: der Weg war das Ziel. Denn das gemeinsame Erlebnis stand im Vordergrund. Schließlich konnten wir auch nicht überprüfen, ob jemand vielleicht zwischendurch seine Laufschuhe auspacken und somit schneller als erlaubt unterwegs sein würde. Trotzdem packte den ein oder anderen der Ehrgeiz und überquerte ziemlich flotten Schrittes die Ziellinie.
Während die Walker noch walkten, wurden die verschiedenen Kinder- und Schülerläufe durchgeführt. So waren in der jüngsten Klasse 28 Kinder im Alter von vier bis neun Jahren am Start. Unterteilt in zwei Jahrgänge durften sie vom Start-Ziel-Bereich beim Sportheim aus eine große Runde auf unserem Sportplatz drehen, insgesamt 800 m. Hier war auch die jüngste Teilnehmerin am Start. Miriam kam ein paar Sekunden nach ihrer Schwester Nadine ins Ziel — beide begleitet von ihrem Papa.
Um 10 Uhr folgte der Schülerlauf. Hier tummelten sich insgesamt 32 Kinder im Alter zwischen 10 und 13 Jahren, unterteilt in zwei Altersklassen. Sie mussten bereits eine Strecke von 2,5 km zurücklegen. Einmal ab in den Wald und in einem Bogen wieder zurück. Wenigstens bekamen sie so etwas Schatten ab. Wie schon die Kleinen zuvor, so wurden auch sie lautstark von Eltern, Betreuern und Zuschauern angefeuert.
Besonders laufstark und mit vielen Kindern dabei war der WSV Schömberg. In den beschriebenen Kinder- und Schülerklassen liefen mehr als 15 Nachwuchssportler des WSV mit! Frederik Kalb und Felix Karcher konnten sogar in der Gruppe der Acht- bis Neunjährigen den ersten und zweiten Platz belegen, nur vier Sekunden voneinander getrennt. Auch in der Kinderklasse konnten die WSV-Kids ganz vordere Plätze belegen, Philipp Sauer und Paula Karcher in der jüngsten Altersklasse sogar den Platz an der Sonne.
Alle Kinder und Schüler bekamen für ihren sportlichen Ehrgeiz Sachpreise und Pokale sowie natürlich Urkunden überreicht. Und sicherlich von ihren Eltern jeweils eine große Portion Pommes…
Um Punkt 10.45 Uhr kam schließlich der kleine Auftritt unseres Bürgermeisters. Gerhard Vogel war extra zu diesem Großereignis angereist, um den Startschuss für den Freizeitlauf und für die „Schüler A“ über 5 km sowie den Hauptlauf über die volle Distanz von 2 x 5 km abzufeuern. Aber hätte er nicht auch mit seinem Rennrad kommen können und seinen Laufschuhen im Gepäck? Er hätte sogar von der ersten Reihe aus starten dürfen… Nein, keinen Vorsprung. Den hat er nämlich nicht nötig.
Kein großer Auftritt deswegen, weil er sich nicht lange mit — nun kommt ein Zitat aus seinem Munde — „Geschwätz“ aufhalten wollte und stattdessen direkt zum Startschuss überging. 10, 9, 8, …, 3, 2, Schuss!
Bei den 14 bis 15 Jahre alten Läufern der „Schüler A“ gab es dabei einen „Heimsieg“. Wie schon seine Schwester Julia in ihrer Altersklasse, so konnte auch Sebastian Helm allen davon laufen und nach knapp 22 Minuten das oberste Treppchen auf dem Siegerpodest besteigen. Ebenfalls vorne mit dabei statt nur mittendrin war ihre Mutter. Sie belegte ebenfalls den ersten Platz — in ihrer Altersklasse des Freizeitlaufs.
Diesen Lauf über 5 km konnte Harald Kopp vom Lauftreff Sulz am Eck für sich entscheiden in 18:40 min. Spannend wäre es jedoch gewesen, wenn Fabian Roller mitgelaufen wäre. Fabian? Genau, das ist der 12-jährige „Wunderläufer“ aus Neubulach, den wir Ihnen in einem früheren Bericht einmal vorgestellt hatten. An dieser Stelle auch ein Gruß zurück an Iris Roller, seiner Mutter. Sie hatte einen netten Eintrag im „Gästebuch“ auf unserer Homepage erstellt: „… Leider musste er seinen Start bei Euch kurzfristig absagen, da er total erkältet vom CVJM Zeltlager zurückgekommen ist, was ja kein Wunder ist wenn man bei 10 Grad in der Enz baden geht …“
Gleich zweimal rund zur Sache ging es im Hauptlauf, also zwei Runden lang. 23 Läuferinnen und 80 Läufer versuchten sich über diese Distanz. Sie kamen zum Beispiel aus Nagold, Altburg, Haiterbach, Rotfelden, Wildbad, Calw, Neuenbürg usw. Die weiteste Anfahrt hatte ein Teilnehmer auf sich genommen, der für den „Lauf- und Triathlon-Verein Erfurt“ startet, momentan jedoch Urlaub macht nahe des Titisees — und unser Schömberg für das bei Balingen gehalten hatte. Trotzdem ließ er sich unseren Lauf nicht entgehen und bekam für seinen Aufwand einen Schwarzwälder Schinken überreicht.
Keinen Schinken, aber einen Einkaufsgutschein durften die beiden Sieger des Hauptlaufs entgegen nehmen. Während Guido Schmid vom TSV Wildbad bei den Herren im Vorjahr „nur“ den 2. Platz belegen konnte — hinter seinem Vereinskollegen Daniel Antokovic —, so konnte er den Hauptlauf diesmal für sich entscheiden. Er brauchte exakt 35 Minuten und 16 Sekunden für die anspruchsvolle „Berg- und Talfahrt“. Zweiter wurde Thomas Giggl von der LG-badenova Nordschwarzwald (36:09 min), während dieses Jahr Daniel Antokovic auf den dritten Rang kam (36:33 min). Doch nach dem Lauf ist bekanntlich vor dem Lauf. Guido und Daniel werden noch häufig die Plätze tauschen. Die vorderen Plätze…
Bei den Damen konnte Ursula Walter vom SC Neubulach ihren Vorjahressieg leider nicht wiederholen, belegte jedoch in 42:33 min den zweiten Platz, noch vor ihrer Teamkollegin Esther Johnen-Ahsbahs (44:50 min). Beide erreichten somit in diesem 5. Lauf des Alb-Nagold-Enz-Cups dieselben Platzierungen wie im vorherigen Lauf, der vor ein paar Wochen in Wildbad stattgefunden hatte. Sie mussten sich diesmal von Silke Gohl aus Neuenbürg überholen lassen — „ungefähr bei Kilometer 3“. Silke Gohl, die für den Leichtathletikverein Biet startet und sich eigentlich eher auf kürzeren Strecken wie zu Hause fühlt, gewann die Damenwertung in einer Zeit von 41:47 min. Bei einer gemeinsamen Wertung von weiblich und männlich hätte sie übrigens im Hauptlauf unter den insgesamt 103 Teilnehmern Platz 21 belegt. Mann höre und staune.
Mit den besagten Extraportionen Spaghetti und der abschließenden Siegerehrung, bei der die „Preisläufer“ unter den vielen wertvollen Sachpreisen und Gutscheinen die Qual der Wahl hatten — eine Würdigung all unserer Spender, Sponsoren und Gönner erscheint separat in der nächsten Ausgabe —, ging ein wirklich wunderschöner Sonntag(vor)mittag zu Ende und Fred Dotzek direkt ins Bett. Na ja, zumindest hätte es der „Cheforganisator“ tun sollen. Denn in den langen Tagen und kurzen Nächten zuvor bekam er nicht viel Schlaf ab. Doch konnte er immerhin ein paar Stunden im Freien verbringen. Irgendwann zwischen Freitag und Samstag. Schlafend. Auf dem Balkon unseres Sportheims…
Doch sein Einsatz und der der vielen Helfer — die zusammen mit unseren Gönnern, Spendern und Sponsoren in der nächsten Ausgabe noch separat gewürdigt werden —, hat sich mehr als gelohnt:
„Liebe Laufsportfreunde, es hat mir sehr viel Spaß gemacht am 11. Juni 2006 an Eurem Lauf teilzunehmen. Nach 3-wöchiger Reha in der BfA Schwarzwaldklinik war dies der gelungene Abschluss und Neuanfang, ein großes Kompliment für die sehr gute Ausrichtung und Durchführung der Veranstaltung. Gruß auch an Markus Strupp, meinem Physiotherapeuten. Mit sportlichen Grüßen …“
… ein Läufer aus Konstanz, der uns unter www.reute-lauf.de diese E-Mail geschrieben hat und dessen Gruß nun sicherlich den Adressaten erreicht. Wenn Sie ebenfalls einen Internetzugang haben, so können Sie sich unter dieser Adresse weitere Bilder von unserer sonnigen Veranstaltung anschauen. Und wenn alles klappt, sogar auch ein paar „Stimmen zum Lauf“ anhören. Aber bitte nicht zu lange. Denn nach wie vor gilt: „Ein Tag, an dem du nicht gelaufen bist, ist ein verlorener Tag!“. So auch dieser. Tschüss! Computer aus, ich „lauf“ nun raus!