Anmerkung: Dies ist die Fortsetzung des ersten Teils des Berichts über die Teilnahme zweier Reute-Läufer am 1. Straubenhardter Panorama-Lauf.
Kurze Zusammenfassung des ersten Teils über die Teilnahme von Fred & Sissi am 1. Straubenhardter Panorama-Lauf, dem ersten Halbmarathon ihres Lebens: In der Nacht vor dem Lauf hatte Sissi einen total beunruhigenden Traum. Denn nach Freds Deutung würde er ein Sauerstoffzelt gebrauchen. Doch würde dies wirklich eintreten, wenn er irgendwann nach über 20 km ins Ziel taumeln würde? Oder noch vor dem Ziel? Und welche Mittelchen würde dann erst Recht Fred schlucken müssen, um wieder auf die Beine zu kommen?
Nach der kalten Dusche am Morgen — um seinen Körperchen vom Traumschweiß zu befreien — ging es also Dank Freds Chauffeursdienst am 8. April 2006 um 12.15 Uhr ab zur Straubenhardthalle nach Conweiler. Dort war Start und Ziel für insgesamt über 1000 Läufer. Dabei hatten die Organisatoren des TV Conweiler lediglich mit 300 bis 400 Läufern gerechnet und nicht mit einer vierstelligen Läuferschar, die an jenem wunderschönen Samstag ins Schwitzen kommen wollte.
Doch die über 230 Teilnehmer beim Nordic Walking, die mehr als 200 jüngeren und älteren Kinder bei den Schüler- und Jugendläufen, die 370 Cracks beim 10 km Lauf (darunter der älteste Teilnehmer mit 91 Jahren!) und die exakt 245 Wagemutigen beim Halbmarathon wurden bestens versorgt, organisatorisch wie auch mit gesunden Lebensmitteln. So gab es irgendwann und irgendwo zwischendrin Verpflegungsstationen mit halben, also halbierten Bananen, die geschickterweise gleich geschält griffbereit lagen. Ungeschickterweise jedoch unmittelbar vor einem Anstieg. Versuchen Sie nämlich mal mit vollem Mund „gegen den Berg“ zu laufen! Da würden auch Sie lieber die Banane in die Hand nehmen und so lange laufen, bis der Berg nachgibt und sich dann erst diesen Vitaminspender einwerfen. Aber so ein krummes Ding kann auf Dauer ziemlich nachgeben…
Doch zurück zum Start. Um 13.30 Uhr fiel der Startschuss durch den Bürgermeister der Gemeinde Straubenhardt, Willi Rutschmann. Er selbst lief nicht mit. Ob sich da unser sportlicher(er) Herr Bürgermeister Vogel ebenfalls gedrückt hätte? Aber vielleicht läuft er ja beim 3. Schwarzenberger Reute-Lauf am 11. Juni 2006 mit. Dann werden es auch nur 10 km sein. Für ihn sicherlich nur eine kurze Strecke, so mal kurz zum Auslaufen.
Die Strecke in und um Conweiler herum führte uns zuerst einmal durch den Ort hindurch, bis ein Radweg hinauf zum Segelflugplatz führte und es am Waldrand entlang zur Schwanner Warte ging. Einfach lecker, dieser Bratwurstduft, der uns da entgegen strömte. Genau das richtige nach diesem ersten Anstieg… — der jedoch nur als Vorgeschmack dienen sollte, was uns kurz darauf erwarten würde. Nämlich in einer Kehre im Wald ein weiterer Anstieg. Diesmal etwas kürzer, dafür umso knackiger. Diese Knackwurst, äh, Bratwurst an der Schwanner Warte war dabei selbstverständlich kein Verpflegungsposten für uns Läufer. Die halbierten Bananen kamen erst noch bzw. wir zu ihnen.
Nach dieser Kehre ging es bei der Schwanner Warte wieder in den Wald hinein. Hier folgte nun der dritte Anstieg. Diesmal jedoch nicht ganz so knackhaft, aber dafür zog sich dieser Anstieg länger hin. Irgendwann wieder aus dem Wald draußen, ging es stetig bergab (mit den Kräften?) und am Waldrand entlang zurück. Jedoch nicht ganz zurück. Denn es folgte ja noch ein zweiter Durchlauf bzw. Durch„gang“, je nach Kräfteverschleiß. Die 10 km - Läufer hingegen, die 20 Minuten später gestartet waren, durften „geradeaus“ zum Start = Ziel zurück. Dabei waren die Spitzenläufer so schnell, dass sie hierbei viele der Halbmarathon-Läufer überholten, darunter auch Sissi. Doch wo war Fred?
Ja, und als irgendwann später, viel später, auch die „Halbmarathonis“ in Richtung Ziel ausscheren durften — am Sportplatz von „CoSchwa“ vorbei; das waren noch A-Liga-Zeiten! — schien sich die Deutung von Fred zu bewahrheiten. Denn bei Sissi trat nun das ein, was ihm normalerweise bei einem Fußballspiel in der 85. Minute widerfährt (sofern er nicht erst 15 Minuten vor Schluss eingewechselt wird — beim Spiel gegen Höfen am Ostermontag sogar als Mittelstürmer!): Wadenkrämpfe.
Leider nicht nur in der rechten Wade, sondern auch in der linken. Oder anders ausgedrückt: leider nicht nur in der linken Wade, sondern auch in der rechten.
Doch ihm war dabei gar nicht so zum Schmunzeln zumute, wie man es ihm gerade eben beim Tippen des vorherigen Absatzes angesehen hätte. Haha. Denn dies ist wirklich der Alptraum, also der einzig wahre Alptraum eines jeden (Möchtegern-?)Läufers. So kurz vor dem Ziel auf den Händen laufen zu müssen, weil die Füße einfach nicht mehr wollen und in Streik treten (hoffentlich nicht auch wochenlang…). Statt eines grandiosen Schlussspurtes konnte Sissi also nur hoffen, überhaupt noch das Ziel zu erreichen. Und die letzten Meter, es waren ein paar Hundert, sind bekanntlich immer die längsten, das erlösende Ziel scheint einfach nicht näher zu kommen. Doch es war ein kleines Wunder, dass er
Das größte Wunder? Nee, natürlich nicht ganz. Denn nach über eineinhalb Stunden des Laufens endlich im Ziel angekommen, erwartete ihn dort wirklich kein Sauerstoffzelt. Und auch kein Mädchen mit einem großen roten Kreuz auf dem Rücken. Aber leider auch sonst kein Mädchen — also vergnügte er sich mit der Frage, ob denn vielleicht Fred seinerseits seine Füße in die Hand nehmen musste und wartete auf seinen Zieleinlauf. Und wenn Sissi nicht gestorben wäre, dann wartet er noch heute.
Äh, sorry, falsche Baustelle. Fred kam natürlich ebenfalls im Ziel an, nur wenige Minuten darauf. Auch er konnte es fast nicht glauben, dass es so gut lief — bei der Teilnahme an seinem/unserem allerersten Halbmarathon. Man kann es einfach nicht oft genug schreiben…
The End: Während Sissi mit Mama & Papa heimfuhr, um ein Restaurant ausfindig zu machen, dass nicht wie die Maisenbacher Sägmühle erst um 18 Uhr aufmacht (Sissi war ausnahmsweise zu schnell auf zwei Beinen — und was hatte er davon? Nicht nur die besagten Wadenkrämpfe, sondern auch ein indisches Essen…), dachte Fred noch unter der Sonne Straubenhardts darüber nach, um wie viel Minuten er wohl später ins Ziel gekommen wäre, hätte er nicht noch versucht, auf den letzten Kilometern mit der weiblichen Konkurrenz Schritt zu halten ;-)
Kleiner Nachtrag: Falls Sie nächstes Jahr beim 2. Straubenhardter Panorama-Lauf ebenfalls die Atmosphäre und das Wetter genießen möchten und es Sie vielleicht interessiert, wie/wo/warum sich die Platzierungen von Fred & Sissi auf diesen Bericht ausgewirkt haben, dann klicken Sie hier: http://panoramalauf.de
Und ganz zum Schluss wie immer noch das Allerletzte: Patzi — na, Sie wissen schon, Freds Frau, die leckerste Muffin-Bäckerin aller Zeiten (oder so ähnlich…) — hatte diesmal leider keine Heidelbeer- oder sonstige Muffins für Sissi in der Hinterhand. Aber dafür rettete sie ihn davor, die drei Maultaschen einer „Schwäbischen Pizza“, bestehend aus drei Maultaschen auf einem Eieromelett, zu vertilgen. Denn seine Widerauferstehung im TSV-Dress (man nennt ihn auch den Mehmet Scholl des TSV Schwarzenberg, haha) führte ihn nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen Wilferdingen (na, Sie wissen schon, das offene Knie…) in ein Restaurant, in der es diese Spezialität auf Kosten des TSV gab (sonst hätte er zu Hause wieder Spaghetti essen müssen). Als er ebenso herzhaft wie gedankenlos in die erste der drei Maultaschen beißen wollte, fragte ihn die Frau an seiner Seite (Patzi!), ob er denn wisse, was er überhaupt tue. Nee, wusste er wie immer nicht — und so kam es, dass aus dem Wochenende doch noch ein Happy End wurde, obwohl es mit dem Alptraum (Sauerstoffzelt!) so schweißtreibend begonnen hatte. Leider hatte er jedoch am darauf folgenden Wochenende Pech: in einer Schömberger Feinkostmetzgerei waren diese speziellen Maultaschen, nämlich mit einer reinen Gemüsefüllung, bereits restlos ausverkauft — nur leider nicht von ihm…