10. September 2006:
1. Teufelslauf: Bad Herrenalb - Dobel

TSV Schwarzenberg —
Abteilung „Den Teufel an die Wand laufen

Außerdem: ein Fragebogen mit ganz vielen Antworten von Marco Wagner — über seinen Gewinn des hier geschilderten Halbmarathon-Laufs und weit darüber hinaus. Noch einmal ganz herzlichen Dank für die Beantwortung aller (!) Fragen!

Stellen Sie sich vor, morgen wäre der siebte Tag in der Woche und Sie müssten Ihren Wecker auf spätestens 7.00 Uhr stellen. Denn nur wenig später müssten Sie wenigstens einigermaßen pünktlich einen weiteren Frühaufsteher abholen. Nämlich um kurz nach halb Acht! — Das Leben kann manchmal grausam und schrecklich gemein sein, finden Sie nicht auch? Zumindest könnten die Prinzen ein entsprechendes Lied anstimmen. Na, Sie wissen schon: „... und Klaus ist ein Schwein“.

Doch um irgendwelche Prinzen mit Klaus, dem Schwein, soll es sich in unserer kleinen Sonntagsgeschichte nicht handeln. Das heißt, nicht ganz. Der innere Schweinehund spielte an jenem Sonntag, den 10. September 2006, eine ganz besondere Rolle.

Dabei war das ach so grausame und schreckliche frühe Aufstehen noch total harmlos gegenüber dem, was die drei Protagonisten ab neun Uhr erwarten würde. Denn die Hürde hieß „Teufelsmühle“. Nicht mehr. Aber leider auch nicht weniger.

Doch wer es sich wie Fred, Jörg und Sissi — die orangenen Teufel vom Betzenberg, äh, Schwarzenberg (kleiner Brüller) — in den letzten Wochen gut gehen ließ, da im Urlaubsgepäck ausgerechnet die Laufschuhe keinen Platz mehr hatten, der sollte sich das Gehen mal wieder in einem schnelleren Tempo gefallen lassen. Aber musste es ausgerechnet der „1. Teufelslauf“ sein, den sich die beiden Oberteufel Jörg und Fred ausgesucht hatten? Sie sollen in der Hölle schm...

Denn dieser Lauf über die Halbmarathon-Distanz von 21 km führte uns und 212 weitere Wagemutige an jenem sonnigen Sonntagvormittag von Bad Herrenalb hoch zur besagten Teufelsmühle nach Dobel. Beginnend auf 360 Metern Höhe kraxelten wir bis ungefähr zur Hälfte der Strecke stetig bergauf, um irgendwann auf einer Höhe von über 900 Metern stehen zu bleiben. Na ja, eine kleine Pause war uns doch gegönnt, oder?

Als Halbzeitsnack und natürlich auch bei weiteren Zwischenstopps gab es übrigens die berühmten halbierten Bananen. Nur leider waren sie nicht geschält. Denn als irgendeiner von den Dreien bei seiner insgesamt dritten Hälfte angelangt war, stand er urplötzlich mit leeren Händen da. Nee, gleich zweimal falsch. Er lief natürlich weiter — mit der leeren Schale in der Hand, weil sein Schälversuch im vollen Lauf etwas unglücklich verlaufen war...

Doch zurück auf des Teufels Spuren. Die erste Hälfte der Strecke fand ihren „Höhepunkt“ zwischen Kilometer 5 und 6. Denn wie schon oben angedeutet, führte wohl für die allermeisten Läufer insbesondere in diesem Abschnitt kein Weg am Gehen vorbei. Es „ging“ einfach zu lange und zu steil bergauf. Diese hohle Gasse, durch die wir kommen mussten, glich zudem mehr einem Trampelpfad als einer ausgebauten vierspurigen Autobahn. Selbst wenn wir die Kraft und Konzentration gehabt hätten, wären Überholvorgänge — egal, ob links oder rechts vorbei — größtenteils schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt gewesen, zu schmal war der Weg hinauf zur Teufelsmühle.

Am Rande vermerkt: Wem bei dieser Besteigung ungewollte Sehnsucht nach einem Sauerstoffzelt aufgekommen wäre, so hätte er sich nur hineinlegen müssen. Der Veranstalter „NordicAktiv Bad Herrenalb&Dobel e.V.“ hatte vorgesorgt...

Bei der Teufelsmühle irgendwann angekommen, konnten wir endlich zum gemütlichen Teil übergehen. Leider können wir Ihnen jedoch nicht mit auf den Weg geben, wie dort oben zwei Weizenbiere und ein Tässchen Apfelschorle munden. Wir hatten nämlich nur Augen für die „Teufelslöcher“, die dort oben irgendwo sein sollen. Dumm nur, wenn man sich einem Tunnelblick ausgesetzt „sah“. So liefen wir also an den Löchern nichts blickend vorbei und genossen stattdessen den Panoramablick, der uns nun bei diesem leichteren, da absteigenden Teil begleiten sollte. Das schöne Wetter, die schöne Aussicht und die nur noch vereinzelten Steigungen hinab „auf den Dobel“ ließen uns den „Bein-harten“ Aufstieg vergessen.

Hmm, leider für einen bestimmten Läufer nur „Bein-ahe“. Nämlich für denjenigen, der sich zwischendrin mit einer etwas bitter schmeckenden Bananenschale zufrieden geben musste, da ihm ja die goldgelbsüßliche Füllung ungeschickterweise entglitten war. Na ja, dann hat der Teufel wenigstens auch was davon, wenn wir schon auf dessen Spuren wandelten. Dieser Bananenangeber, äh, -anbeter, musste nämlich wenige Kilometer vor dem Ziel aufpassen, nicht vom Straubenhardter-Panoramalauf-Syndrom ein- und überholt zu werden. Stichwort: Wadenkrämpfe. Verursacherin dieser Panikattacken war bestimmt die ab-Hand-en gekommene dritte Bananenhälfte! Aber mit unbändigem Willen schleppte er sich irgendwie doch noch irgendwann über die Ziellinie. Großes Lob.

Ja, und nur kurze Zeit später waren wir drei wieder vereint und konnten einen auf den Teufel trinken. Nein, natürlich drei: zwei Weizenbiere und ein Tässchen Apfelschorle...

 

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf.
Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Weizen oder Apfelschorle?
Nach dem Lauf ist vor dem Lauf.

 

Nun zum Abschluss und als Fazit ein paar wenige Zitate aus dem Gästebuch unter www.teufelslauf.de (wo Sie übrigens auf dem Bild Nummer 86 zwei der drei „Reute-Läufer“ wiedererkennen könnten):

  • Für mich war es wie ein Kurzurlaub und ich werde im nächsten Jahr wieder teilnehmen!
  • Denke wir waren alle im Auftrag des Teufels unterwegs, und haben ihn unterwegs auch öfters verflucht. Wir können doch Alle stolz sein, diese Strecke überwunden zu haben.
  • Super Strecke mit toller Aussicht. Hat riesig Spaß gemacht. Ein wahrhaft teuflisches Vergnügen.
  • Der Auftrag des Teufels, bestens ausgeführt, eine Strecke voller Überraschungen, tolle Fernsicht und teuflische Steigungen.

Und was schrieb der Gewinner des Halbmarathons in seinem Gästebuch-Eintrag? — „Ich als 'Berglaufliebhaber' werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein.“

Na toll, wie oft müssen wir nun den Bühl rauf und runter rennen, um nächstes Jahr in ähnlichen Sphären rennen zu können wie Marco Wagner? Aber das wird er uns hoffentlich selbst verraten. Nämlich in einem Fragebogen, den Sie sich unter www.reute-lauf.de ansehen können. Dazu herzlichen Dank, Marco!

... unglaublich, er war mehr als eine Viertelstunde schneller als der schnellste Schwarzenberger Teufelsanbeter! Also, auf auf den Bühl!